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Ein
fehlerhaftes Rechnungswesen ist zwar keine unmittelbare
Insolvenzursache. Eine informativ aufgebaute Buchführung ist aber ein
besonders wichtiges Instrument für den Existenzgründer. Von ihrer
Qualität hängen viele und weitreichende Entscheidungen ab. Erst die
Informationen aus dem Rechnungswesen geben z.B. Auskunft über drohende
Schieflagen eines Unternehmens. Aus ihm lassen sich frühzeitig
Warnsignale herauslesen.
Welche
Gefahren drohen nun den jungen Unternehmen?
Finanzbedarf
unterschätzt
Als erstes ist es sicherlich die unzureichende Finanzerschließung.
Trotz öffentlicher Kredite geraten all zu viele Gründer schon nach
verhältnismäßig kurzer Zeit in Zahlungsschwierigkeiten. Viele gehen
zu sorglos mit dem geliehenen Geld um. Von vielen Jungunternehmern
werden der kurzfristige Finanzierungsbedarf und die Zinsbelastung
unterschätzt. Finanzierungsprobleme werden dabei allem durch zu geringe
Liquiditätsreserven ausgelöst.
Fixkostenbelastung
zu hoch
Zu hohe Fixkostenbelastung führen zu einer zu
geringen Flexibilität bei Absatzeinbrüchen. Nicht gedeckte Fixkosten führen
besonders häufig in die Insolvenz. Denn diese Kosten lassen sich nicht
an kurzfristige Umsatzschwankungen anpassen.
Fehlende
Liquiditätsübersicht
Die Auslagerung des Rechnungswesens zu einem
Steuerberater hat für kleine und mittlere Unternehmen unbestreitbar
wesentliche Arbeitserleichterungen und je nach Größe des Unternehmens
auch Kosteneinsparungen zur Folge. Dabei ist jedoch darauf zu achten,
dass Sie als Unternehmer nicht den Überblick verlieren über Ihre
finanzielle Situation. Achten Sie darauf, dass die monatliche Buchführung
pünktlich und einwandfrei erstellt wird. Fordern Sie die Belege
umgehend vom Berater zurück. Üblich ist zwar bei nahezu allen
Steuerberatern die Aufstellung kurzfristiger Erfolgsrechnungen in Form
von sog. Betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Fordern Sie darüber
hinaus unbedingt eine Liquiditätsübersicht an und besprechen Sie diese
mit Ihrem Berater zeitnah. Mindestens Monatliche Termine sollten die
Regel sein.
Fehlende
Übersicht über Kunden und Umsatz
Ein Risiko besonderer Art sind unzuverlässige
Kunden. Deshalb ist es unabdingbar, das Kundenverhalten und die
Umsatzstruktur durch betriebliche Kennzahlen zu überwachen. Dadurch
vermindern Sie Ihr Ausfallrisiko beträchtlich. Arbeiten Sie von Anfang
an mit Zahlungsfristen, überwachen Sie diese und mahnen Sie pünktlich
und konsequent. An nichts gewöhnen sich Schuldner schneller als daran,
nicht gemahnt zu werden. Wenn Sie sich der Hilfe des Beraters auch bei
der Offenen-Posten-Buchführung bedienen, so stimmen Sie sich eng mit
ihm ab. Hier ist ein Turnus von 14 Tagen sicherlich angebracht.
Mangelhafte
oder gar fehlende Kostenrechnung
Viele Betriebe verzichten auch heute immer noch auf eine
qualifizierte Kostenrechnung. Sie ist zwar aufwendiger als die reine
Belegbuchführung, schlüsselt aber dafür weitaus besser Ihre Geldströme
auf und gibt Ihnen frühzeitig Kenntnis von besonderen Kostenbelastungen
bis hinunter zu den Stückkosten pro Produkt. Machen Sie sich deshalb
gleich zu Beginn Ihrer Unternehmung Gedanken über eine aussagekräftige
Kostenrechnung. Sprechen Sie Ihren Steuerberater an. Legen Sie zusammen
mit ihm die Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträger fest. Und
besprechen Sie die Auswertungen monatlich - damit sie rechtzeitig
handeln können.
Budget
aufstellen
Leider beschränkt sich die Planung von Umsatz, Kosten, Finanzbedarf
und Liquidität häufig auf den Beginn einer Unternehmung. Sind die
ersten Kredite geflossen, die ersten Umsätze verbucht und lässt sich
alles ganz gut an, dann denken viele Jungunternehmer nicht mehr daran,
dass die Wege, die einmal eingeschlagen worden sind, um seine Ziele zu
erreichen, immer wieder überprüft werden müssen. Und selbst die Ziele
müssen häufig kurzfristig an Marktschwankungen angepasst werden. Ziele
und die Wege und Maßnahmen zur Erreichung derselben machen Sie sich am
besten klar, wenn Sie eine mittelfristige Zukunftsplanung in
Zahlen aufstellen. Die Budgetierung sollte auf Monatsbasis erfolgen. Das
Soll können Sie dann ständig mit dem Ist aus der Buchführung
vergleichen. Hier kann Ihr Berater Ihnen wieder wertvolle Hilfestellung
geben. Betriebswirtschaftliche Auswertungen ohne Soll-Ist-Vergleich darf
es nicht geben!
Fazit
Es ist unerlässlich, sich als Unternehmer mit
dem Rechnungswesen selbst eindringlich zu beschäftigen - auch dann,
wenn Sie kein Finanzfachmann sind und es auch nicht werden wollen.
Suchen Sie sich einen Berater Ihres Vertrauens und fordern Sie ihn.
Lassen Sie es nicht zu, dass zwar die steuerlichen Buchführungspflichten
zuverlässig erledigt werden und Sie monatlich Ihre Umsatzsteuer zahlen,
der Kontakt mit dem Berater sich aber ansonsten lediglich auf die
Besprechung des Jahresabschlusses beschränkt. Beratung einfordern -
Entwicklungen prüfen - zielgerichtet und frühzeitig Handeln! Das ist
die beste Erfolgsstrategie! Zum
Schluss noch der Hinweis: Letztlich ist die Inanspruchnahme externer
Hilfe bei der Organisation des Rechnungswesens durch kompetente Berater
auch preiswerter als die Eigenorganisation. Lenken Sie die Ihre Ausgaben
in eine produktive Richtung. So machen Sie Ihr Unternehmen fit für den
Erfolg. Hierzu
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